Wie Veränderung gelingen kann – von innen nach außen

„Wie wird man ein Schmetterling?“ fragte die kleine Raupe.
„Du musst so sehr fliegen wollen, dass Du bereit bist Deine Existenz als Raupe aufzugeben.“

Dieser Satz aus dem wunderbaren Buch Hoffnung für die Blumen von Trina Paulus zeigt mir einen ganz wichtigen Punkt auf: Um Veränderung erfolgreich zu gestalten, brauche ich ein Ziel und eine große Sehnsucht danach in meinem Herzen.

Daher gehe ich zunächst nach Innen und frage mich:
Ist das wirklich mein Ziel und Warum will ich es erreichen?
Was will ich wirklich (Tun, Haben, Sein), wobei geht mir das Herz auf?
Wo empfinde ich Freude, wenn ich an die Zielerreichung denke?

Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird der Mut geboren. (Rainer Maria Rilke)

Unsere Träume und Sehnsüchte haben eine Sogwirkung, die uns helfen kann. Doch nicht selten ist unsere Sehnsucht auch unsere größte Angst.

Dazu gefällt mir besonders das Zitat von Marianne Williamson, welches Nelson Mandela bei seiner Antrittsrede 1994 zitierte:

„Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Dich selbst klein zu halten dient der Welt nicht. Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere sich um dich herum nicht sicher fühlen. Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.“

Umgang mit Zweifeln

Wie kann ich mit Ängsten und Zweifel umgehen, die oft zu Beginn oder zwischendurch auftauchen? Da gibt es so eine Stimme in mir, die mir zuflüstert (und das manchmal auch ganz schön laut): Das schaffst Du nicht, das machen andere besser und schneller, Du bist nicht gut genug….

Was kann ich tun, um meine Motivation nicht zu verlieren?
In solchen Momenten versuche ich es zunächst mit dem „Lautstärkeregler“. Dazu stelle ich mir vor, ich drehe einen Knopf und die Stimme der Zweifel wird leiser und leiser. Zusätzlich verbinde ich mich innerlich mit meinem Traum, meinem Ziel. Bei mir sieht das dann oft so aus, dass ich mein Visionboard anschaue und wieder die Freude spüren kann.
Auch ein Spaziergang in der Natur verhilft mir oft zu mehr Klarheit.

Bei hartnäckigeren Zweifeln helfen mir die „Problemlösungs“-Fragen:
1. Welche guten Seiten haben die Zweifel?
2. Was ist noch nicht perfekt?
3. Was kann ich tun, um die Lösung zu erreichen, die ich mir wünsche?
4. Was bin ich bereit aufzugeben, um die Lösung zu erreichen, die ich mir wünsche?
5. Wie kann ich dabei Spaß haben?

Tun, Handeln

Wenn ich für mich klare Entscheidungen getroffen habe, dann muss ich handeln, ins Tun kommen.
Ohne Umsetzung bleiben meine Ziele nur schöne Träume.
Wichtig ist der erste Schritt, damit bringe ich den Stein ins rollen. Hier kann es sehr sinnvoll sein, das große Ziel in kleine machbare zu unterteilen. Auch wenn es manchmal anstrengend ist, ein kleiner Minischritt ist immer möglich.

Dabei behalte ich immer mein Ziel im Auge und versuche mich mit der Freude zu verbinden.
Das erfordert Fokus, Mut und Ausdauer.
Zum Mut gehört für mich auch, mir einzugestehen, wenn ich in einer Sackgasse gelandet bin.
Da fällt mir das indianische Sprichwort ein:
„Wenn Dein Pferd tot ist, dann steig ab.“

Doch ich habe immer die Möglichkeit, nach neuen Wegen zu suchen.
Oder um es mit Thomas Alva Edison zu sagen:
„Ich habe nicht versagt. Ich habe mit Erfolg zehntausend Wege entdeckt, die zu keinem Ergebnis führen.“

Durchhalten und Dranbleiben

Viele scheitern, weil sie zu früh aufgeben. Manchmal habe auch ich das Gefühl, dass nichts vorangeht, dass sich noch nichts im Außen zeigt. Dann sorge ich dafür, dass ich wenigstens einen ganz kleinen Schritt in Richtung meines Zieles machen kann. Und ich weiß, dass es für mich keinen Weg zurück gibt und ich auch in solchen Situationen wachsen kann – Stück für Stück. Daher heißt es für mich durchhalten und dranbleiben.

Dazu noch einmal eine wunderbare Metapher aus dem Buch von Trina Paulus:
„Ich baue mir einen Kokon.
Ich weiß, es sieht so aus, als ob ich mich verstecke; aber ein Kokon ist kein Versteck.
Er ist nur eine Behausung des Übergangs, in der die Verwandlung stattfindet.
Das ist ein entscheidender Schritt, denn danach kannst Du nie wieder in dein Raupendasein zurückkehren.
Während der Verwandlung wird es Dir und allen, die Dich zufällig sehen, so vorkommen als ob nichts geschähe – aber der Schmetterling ist schon im Werden. Es braucht nur Zeit!“

Ich möchte Dir ein Beispiel aus meiner Jugendzeit erzählen: Im Schulsport war ich nie besonders gut. Es wurmte mich oft, dass ich beim Felgaufschwung immer wie ein Mehlsack an der Stange hing. So setzte ich mir mit 15 das Ziel, diese Turnübung zu beherrschen. Ich wollte den anderen, aber vor allem auch mir beweisen, dass ich es schaffen kann. In Gedanken stellte ich mir immer wieder die Sportstunde vor und wie alle erstaunt schauen würden. So übte ich viele Stunden an den Spielplatzstangen vor unserem Haus. Dabei überwand ich die Angst, die „Zuschauer“ könnten mich auslachen. Das blendete ich in den Momenten komplett aus. Immer wieder und wieder probierte ich es und nahm die Schmerzen billigend in Kauf (wenn ich nicht mit der Hüfte, sondern den Oberschenkeln an der Stange landete).
Dann endlich kam die ersehnte Sportstunde: Zunächst gab es Entsetzen im Umkleideraum, weil meine Oberschenkel in einem schönen Dunkelrot-blau leuchteten, doch bei den anschließenden Übungen konnte ich zeigen, dass sich meine Anstrengungen gelohnt hatten. Dieses wunderbare Gefühl werde ich nicht vergessen: Ich hatte es geschafft. Hurra! Ich war überglücklich.

Natürlich habe ich in den Jahren danach noch viele Herausforderungen bewältigt. Doch dieses Erlebnis in der Jugend ist für mich sinnbildlich für meinen aktuellen Weg. Ich fokussiere mich auf mein Ziel und weiß, dass ich an den Hürden wachsen kann.

Wie gelingt es Dir, mit Veränderungen umzugehen und was hilft Dir beim dranbleiben?
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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabine,
    manchmal habe ich das Gefühl, Du schreibst Deine Artikel für mich 😉 …… sie treffen mich immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Gerade im Moment habe ich mal wieder das Gefühl, auf der Stelle zu treten und mein Ziel aus den Augen zu verlieren. Aber Du erinnerst mich daran, dass das nicht der Weg ist. Danke! Ich wünsche Dir schöne Ostern!
    Ganz liebe Grüße,
    Ute

    • Liebe Ute,
      manchmal ist es wichtiger, sich zu erholen und Kraft zu tanken – dann zeigt sich der Weg.
      Und zu atmen – ganz tief. Ich lehne mich dazu auch gerne an einen Baum und atme in meine „Wurzeln“ und meine „Krone“.

      Ein Raupendasein kommt für uns beide nicht mehr in Frage.
      Herzliche Grüße und eine Umarmung zu Dir,
      Sabine

  2. Guten Morgen liebe Sabine 🙂
    Das ist ein sehr wehrtvoller Artikel, der sicher vielen hilft. <3
    Mehr schreib ivh jetzt nicht sonst ist wieder alles weg wie beim 1. Versuch.
    Ganz Herzliche Grüße
    Erika <3

    • Liebe Erika,

      wie Du weißt, freue ich mich immer über Deine Zeilen – egal ob lang oder kurz.
      Hab vielen Dank für deine Rückmeldung und Dein Sein.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  3. Liebe Sabine,
    ein schönes Bild ist das mit dem Kokon. Und der Gedanke dazu, dass man in Zeiten der Veränderung, der Wandlung, der Vorbereitung von außen manchmal gar nichts (außer scheinbaren Stillstand) sieht.
    Mit diesem Wissen kann ich Geduld haben: mit mir, mit dem Prozess, mit dem, was im Werden ist und sich erst langsam zeigt.
    Danke für den ermutigenden Artikel!

    • Liebe Gudrun,
      vielen, lieben Dank für Dein Teilen.
      Ich kenne diesen scheinbaren Stillstand nur zu gut und manchmal kam es mir wie ein „Auf-der-Stelle-Treten“ vor.
      Daher bin ich sehr dankbar, dass mich das Buch von Trina Paulus gefunden hat.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

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