Vertrauen – mein Energiewort für das Jahr 2017

Wera Nägler hatte auf ihrer Facebookseite nach unserem Energiewort für das Jahr 2017 gefragt. Von den Wörtern wollte Sie vier auswählen und dazu eine Fotocollage gestalten.
Daher schrieb ich ihr: „ Mein Energiewort 2017 ist VERTRAUEN – in mich, in meine Kraft, in meinen Weg und darauf, dass es das Leben immer gut mit mir meint.“
Zu meiner großen Freude wurde mein Wort ausgewählt – die Collage von Wera dazu kannst Du weiter unten im Text sehen.

Warum habe ich gerade VERTRAUEN ausgewählt und was bedeutet es für mich?

Wenn Du schon länger mitliest, dann weißt Du, dass ich 2015 die alten beruflichen Brücken hinter mir abgebrochen habe: Zu lange hatte ich mich verbogen und meine Werte nicht gelebt, das Ende der Fahnenstange war erreicht, Körper und Seele streikten.
Es war also Zeit für mich, etwas Neues zu beginnen: Das Eis jedoch, auf dem ich mich momentan bewege, ist noch immer sehr brüchig.

Im Dezember 2015 hatte ich einen Traum: Um ans andere Ufer zu gelangen musste ich einen dunklen, reißenden Fluss überqueren. Es gab eine schmale Brücke, deren Tragfläche nur aus einem Metallgitter bestand. Ich nahm all meinen Mut zusammen und lief los. Als ich etwa die Mitte erreicht hatte, versank die Brücke hinter mir in den Fluten und auch vor mir war sie plötzlich bis auf ein schmales Geländer an der Wasseroberfläche verschwunden.
Dieser Traum spiegelte meine Situation: Es gab (und gibt) für mich keinen Weg zurück. Der Weg nach vorn ist sehr unsicher und doch werde ich alles daransetzen das andere Ufer zu erreichen.
Dazu braucht es neben dem Mut vor allem Vertrauen. Vertrauen in mich, meinen Weg und dass es das Leben immer gut mit mir meint – auch wenn ich es im Moment vielleicht (noch) nicht erkennen kann. Es ist die Gewissheit, dass ich allem gewachsen bin, was auch immer geschieht.

„Vertrauen heißt, seine Ängste nicht mehr zu fürchten.“ Ernst Ferstl

Ohne Vertrauen regiert die Angst und ich befinde mich im Überlebensmodus.
Angst blockiert, das Denken wird eng und naheliegende Lösungen scheinen weit weg zu sein.

Karen Christine Angermayer schreibt in ihrem Buch „Rein ins Vertrauen!“:
„Vertrauen hat auch ganz viel mit Geduld zu tun und mit einer liebevollen Haltung zu uns selbst. Und es hat mit einer Wahl zu tun. Eine Wahl die sich uns stellt, sobald wir morgens beim Aufwachen die Augen öffnen und die ersten Gedanken denken… Angst oder Vertrauen…

Vertrauen ist meiner Erfahrung nach auch nichts, was man einmal erlangt und dann für immer behält. Auch ich erlebe immer wieder Momente, die mein Vertrauen auf den Prüfstand stellen. An manchen Tagen sind wir randvoll gefüllt von diesem schönen, warmen Gefühl, so als hätte jemand einen großen Eimer voller Seelenbalsam über uns ausgegossen. An anderen Tagen überwiegen die Ängste, die Unsicherheiten und der Zweifel. Ich glaube inzwischen, dass dies ganz normal ist und zum Leben dazugehört.“

Diese Erfahrung kann ich nur bestätigen. An manchen Tagen fällt es mir leicht zu vertrauen und an anderen werden die Zweifel groß und mächtig. Dann hilft es mir mich daran zu erinnern, was ich alles schon in meinem Leben geschafft und dass ich auch in scheinbar ausweglosen Situationen die Möglichkeit zum Wachsen habe.
Für mich ist es ganz wichtig mich täglich für das Vertrauen zu entscheiden. So gewinne ich Kraft und Energie meinen ganz eigenen Weg zu gehen. Ansporn geben mir dazu auch die Menschen, deren unterschiedliche Lebenswege ich auf meinem Blog vorstellen darf.

Vertrauen bedeutet auch, immer wieder bei mir selber hinzuschauen:
Woher kommen die Ängste und Zweifel?
Welche Glaubenssätze hindern mich, mein Leben zu leben?
Worauf richte ich meinen Fokus?
Was will ich wirklich von ganzem Herzen?

Erfahrungen und Strategien aus frühen Lebensjahren sowie unsere Glaubenssätze sind in unserem Unterbewusstsein verankert und können so unseren Lebensfluss begrenzen. Oft haben wir keine Erinnerung an die ersten Jahre und wundern uns daher manchmal über unsere Reaktionen auf bestimmte Situationen. So können unbewusste Programme und Muster aus der Vergangenheit unsere Gegenwart steuern.
Aus der Forschung ist bekannt, dass das Unterbewusstsein sehr stark auf Bilder reagiert (eine zum Beispiel unter anderem in der Hypnose eingesetzte Erkenntnis). Indem ich also täglich mehrmals meine Ziele, Träume und Wünsche visualisiere, programmiere ich mein Unterbewusstsein darauf alles dafür zu tun.
Daher verwende ich zum Beispiel die Collage von Wera als Desktophintergrund.

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten für die Arbeit mit Glaubenssätzen: Affirmationen, Meditationen, BSFF, EMDR, The Work von Byron Katie…
Darüber werde ich vielleicht in einem der nächsten Blogartikel schreiben.

Zum Thema Vertrauen habe ich abschließend noch eine kleine Geschichte unbekannten Verfassers:

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen, bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?

„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend. „Die zweite Familie hatte wenig, und du ließt die Kuh sterben.“ „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“, sagte der ältere Engel. „Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist…

Was bedeutet Vertrauen für Dich?
Wie gehst Du mit Zweifeln und Ängsten um?
Wenn du magst, hinterlasse einen Kommentar am Ende der Seite (deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht!).

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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Liebe Andrea,
      solche Phasen kenne ich auch – darum versuche ich immer wieder mich auf das Vetrauen auszurichten.
      Das Leben erscheint mir in Wellen zu verlaufen. Mal surfe ich oben, dann bin ich wieder unten. Doch die nächste Welle kommt bestimmt.
      Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du einen Weg findest.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  1. Liebe Sanine,
    inzwischen habe ich das Vertrauen, das es immer nach Vorne und nach Oben geht, auch wenn es, wie bei der Engelsgeschichte, nicht gleich zu erkennen ist oder gar ausschaut als sei es genau entgegengesetzt. Denn ich stand schon einigemale an dem Punkt, und als ich endlich erkannte, das es so ist wie der große Engel zu dem kleinen sagte, da endlich habe auch ich begriffen das es in meiner Hand liegt ob ich rückwärts gehe, stehen bleibe, oder weiter nach Vorne maschiere. Auch wenns mal Steinig ist.
    Es ist nicht schlimm wenn man hinfällt, solange man das aufstehen nicht vergisst, aufstehen und weitermaschieren.
    Danke für Dein Sein <3

    • Liebe Erika,
      vielen Dank für Dein Teilen.
      Du bist für mich eine wunderbare Impulsgeberin.
      Im Nachhinein kann ich erkennen, dass es das Leben immer gut mit mir meint und ich täglich Möglichkeiten zum Wachsen erhalte.
      In aktuellen Situationen darf und kann ich mich daran erinnern.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  2. Liebe Sabine,
    danke von Herzen für diesen Wunder und Wertvollen Beitrag! JA – Vertrauen ist auch mein Energie Wort für 2017! Vertrauen in mich, in meinen Körper – in meine Seele, dass alles gut wird! Es ist wie du so schön sagst, wir sind Surfer/innen auf der Welle des Lebens – mal unten, mal oben – wichtig ist – wir schwingen mit – nehmen an was ist und VERTRAUEN in unser Leben! DU BIST EINFACH WUNDERVOLL! So Lebe – Liebe – Lache!
    Herzlicht Moni

    • Liebe Moni,
      vielen Dank für Deinen wunderbaren Kommentar.
      Du hast noch einen ganz wichtigen Aspekt genannt: Annehmen was ist.
      Wenn ich gegen etwas kämpfe, gebe ich Energie rein und das „Ungeliebte“ wächst.
      Darf es hingegen sein, dann kann es sich wandeln.
      Danke.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  3. Liebe Sabine
    Da ich gerade wieder mal alles Vertrauen verloren habe, tut mir dein Text sehr gut. Es wird alles seine Richtigkeit haben. Ich werde es später verstehen. Danke für deine Gedanken.

    • Liebe Regina,
      fühl Dich aus der Ferne mal ganz lieb gedrückt.
      Es freut mich, dass Dir meine Zeilen gut tun. Die nächste Welle kommt bestimmt und mit ihr wieder mehr Zuversicht.
      Wir können uns gegenseitig unterstützen, zum Beispiel durch stärkende Worte.
      Ich kenne sehr viele Menschen, die nach außen sehr stark und erfolgreich wirken. Auch sie kennen die großen Zweifel, haben aber mittlerweile gelernt, damit umzugehen.
      Jeder geht seinen Weg in seinem ganz eigenen Tempo.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  4. Liebe Sabine,
    auch mir gefällt die Engelsgeschichte sehr. Die kann man sich immer wieder in Erinnerung rufen, wenn man mit etwas hadert…
    Ein Energiewort als Motto für das Jahr zu wählen ist schön. Mit „Vertrauen“ wirst du weit kommen :).
    Alles Liebe
    Gudrun

    • Liebe Gudrun,
      die Engelgeschichte hatte unsere Große vor vielen Jahren entdeckt und damals ausgedruckt. Jetzt habe ich sie wieder gefunden und freue mich sehr darüber.
      Sie erinnert mich daran, nicht vorschnell zu urteilen.
      Im vergangenen Jahr habe ich mehrere solche Situationen erlebt, wo ich erkennen konnte: „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  5. Hach ja…Vertrauen. Da haperts dann ganz oft bei mir. Vertrauen darin, dass ich xxx fertig krieg, irgendwann zeitnah finanziell unabhängig bin uvm. Vertrauen hab ich rigendwie noch nicht richtig gelernt.
    Mein Wort für 2017 ist übrigens Liebe.
    Das umzusetzen ist auch nicht so ganz leicht. Ich vergesse MICH dabei immer. Obwohl ich voll guter Absichten war und bin. Schau mal: http://sam-schreibt-buecher.de/gute-vorsaetze-vs-wort-des-jahres/

    Liebe Grüße
    SAM

    • Liebe SAM,

      Du hast Dich auch für ein sehr kraftvolles Wort entschieden.
      Mir gefällt Deine Herangehensweise – indem Du den Druck rausnimmst, kann mehr Leichtigkeit geschehen.

      Wie ich oben geschrieben habe, gelingt es mir auch nicht immer, im Vertrauen zu bleiben. Doch ich übe und lerne.

      Herzliche Grüße,
      Sabine

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