Bist du bereit für die Geschenke des Lebens ?

Vor Jahren habe ich einmal eine Geschichte gehört, die ich sinngemäß so wiedergeben möchte:
Ein Mann hatte bei Gott drei Wünsche frei und so wünschte er sich eine liebevolle Frau, eine erfüllende Tätigkeit und ein schönes Haus. Die Jahre gingen ins Land und als der Mann einsam und verbittert starb stand er vor Gott und klagte ihn an: „Du wolltest mir die drei Wünsche erfüllen!“

„Das habe ich getan. Erinnerst Du Dich an die fröhliche rothaarige Nachbarin? Mit ihr hättest Du eine glückliche Familie gründen können. Doch Du hast sie nie angesprochen. Als der alte Sägewerksbesitzer starb, hättest Du das Werk übernehmen können. Du scheutest das Risiko und so übernahm es ein anderer und machte daraus ein florierendes Geschäft. Im Nachbardorf stand ein altes Haus leer, ich habe Dir mit der Strömung starke Stämme an Land gespült, damit Du es Dir wieder herrichten kannst. Doch Dir erschien diese Aufgabe zu schwierig.“

Das Leben hält immer wieder Geschenke für uns bereit. Doch manchmal können wir sie nicht erkennen und/oder haben Angst, sie auszupacken.
Vielleicht fürchten wir Verletzungen, das Scheitern oder den Verlust vermeintlicher Sicherheiten.

Wenn der Tag erfolgreich war, die Sonne scheint, ich mit lieben Menschen zusammen bin oder auftanke in der Natur, kann ich die Geschenke des Lebens gut erkennen und annehmen. Dann bin ich glücklich und von Dankbarkeit erfüllt.
Doch was ist mit den Tagen, wo alles schief zu laufen scheint und mir gar nichts gelingen will?
Was ist mit den kleinen und großen Tragödien in meinem Leben, dem Verlust eines lieben Menschen oder des Arbeitsplatzes, einer schweren Krankheit oder Behinderung…?

Wo soll darin ein Geschenk liegen?

Zugegebenermaßen kann ich es auch manchmal erst im Nachhinein erkennen. Schmerz hält mich zunächst gefangen und verengt den Blick. Dann frage ich mich, ob es nicht eine „Abkürzung“ geben kann. Nein. Der Weg führt durch den Schmerz hindurch. Ansonsten mache ich nur einen „Deckel“ drauf und es brodelt weiter in mir.
Narben werden bleiben, doch ich lebe und kann nach anderen Wegen Ausschau halten.

Wie sagte schon Tolstoi:

„Der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.“

Das Geschenk des Schmerzes ist die innere Stärke und Kraft, die ich entwickeln kann. Ich wachse daran und kann spüren, dass mich so schnell nichts mehr umwirft. Und wenn es doch geschieht, dann kann ich lernen neue Stärke herauszubilden und wieder aufzustehen.
Wenn ich durch den Schmerz hindurch gehe, kann ich erleben wie er sich transformiert. Ich sammle Erfahrungen und kann so auch anderen beistehen.

So hatte zum Beispiel ein Vater vor einigen Jahren seinen Sohn verloren: Dieser hatte sich zu seiner Homosexualität bekannt und dann das Spießrutenlaufen und die Hänseleien nicht mehr ertragen. Statt sich in seinem Schmerz zu vergraben gründete der Vater eine Initiative, die Homosexuellen den Rücken stärkt.
Auch Claudia Frommes Buch „So fern und doch ganz nah“ hat mich dahingehend sehr berührt: Claudia verliert kurz vor Weihnachten bei einem Autounfall ihren Mann und die 13-jährige Tochter. Sie und ihr 10-jähriger Sohn überleben. In ihrem Buch beschreibt Claudia ihren Weg zurück in ein neues, anderes Leben, in dem auch glückliche Momente ihren Platz haben. Es ist eine Geschichte von Wandlung, Dankbarkeit, tiefen Gefühlen und ewiger Liebe.
Mit ihren Zeilen schenkt Claudia anderen Hilfe und Trost.

Wir müssen nicht alles alleine durchstehen. Wir können uns Hilfe holen. Wichtig ist es nach Lösungen zu suchen, denn die Frage nach dem Warum (so verständlich sie auch ist) bringt uns nicht weiter.
An der Stelle empfinde ich die Worte Stefan Hienes als sehr hilfreich, wenn ich sie wirklich verinnerliche:

„Alles, was ich präsentiert bekomme, ist für mich da. Nicht gegen mich.“

Lasst uns offen sein für die Überraschungen und Geschenke des Lebens.

Weiche Erfahrungen hast Du mit den Geschenken des Lebens gemacht?

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke liebe Sabine für diese Zeilen ❤ Sie haben mich wieder darann erinnert, das auch ich oft haderte und die Geschenke nicht sehen konnte
    Viele Jahre fragte ich mich warum ausgerechnet ich? Warum musste ich Erfahrungen mit Missbrauch in der Kindheit machen? Warum glaubte und half man mir zu Hause nicht? Warum liebte mein Vater mich nicht sondern stellte mich als lügnerin hin und strafte mich mit Schlägen ? Ich könnte noch eine weile so weiter machen mit warum, bis weit ins Erwachsenenleben hinein. Doch iegendwann erkannte ich, es mußte einfach so sein. Durch das erlebte konnte ich das gute was danach kahm viel besser erkennen und vor allem auch schätzen. Ich war in der Lage, dadurch auch anderen helfen zu können und ich lernte dadurch viele sehr liebe Menschen kennen, wodurch ich immer stärker wurde. Auch mich hat Claudia Fromme sehr beeindruckt, wie noch einige Andere liebe Menschen die ich durch fb kennenlernen durfte.
    Und auch mir gibt die Natur sehr viel so wie Dir.
    Um unseren eigentlichen Weg zu gehen, müssen wir wohl erst den Weg des lernens und Erkennens gehen ❤🌞
    Liebe Grüße, Erika

    • Liebe Erika,
      hab vielen Dank für Deine Rückmeldung.
      Du konntest in Deinem Leben schon vieles transformieren und hast daraus so viel Kraft und Stärke gewonnen. Und Du gibst sie weiter, ermutigst andere ihren Weg zu gehen.
      Hab vielen Dank dafür.
      Du machst damit die Welt ein wenig heller.
      Herzensgrüße,
      Sabine

    • Liebe Erika, ich danke Dir für Deine Offenheit. Es hilft mir sehr zu erfahren dass es anderen Frauen ähnlich erging wie mir…..ich fühle mich dann nicht mehr so verloren.
      Liebe Grüße
      Rosemarie

  2. Ich Danke Dir von ganzem Herzen liebe Sabine ❤
    Auch Du gibst den Menschen sehr viel Mut und Herzenswärme. Danke für Dein Sein ❗❗❤

  3. Liebe Sabine, danke für den wunderschönen Artikel, er trifft mich genau da wo ich gerade bin…… Klar ich würde gerne in Lappland leben und Hundeschlitten fahren doch es geht nicht – im Moment nicht – ich lege auch meine Träume nicht ad acta aber ich habe den Wert des Hierseins erkannt und habe angefangen mit Grizzly zu laufen, mehr und mehr…..
    Wer Hundeschlitten fahren will muß verdammt fit sein….
    Für den Moment ist es das und dann sehe ich weiter.
    Liebe Grüße
    Rosemarie

    • Liebe Rosemarie,
      Danke für Dein Teilen – das ist so wertvoll für uns.
      Mir geht es da ähnlich wie Dir: Ich überlege, welchen kleinen Schritt ich heute für meinen Traum gehen kann. Und manchmal werden es sogar zwei oder drei…
      Damit ziehe ich mehr und mehr von dem was ich möchte in mein Leben.
      Ja, manchmal braucht es einen langen Atem. Doch wir können uns gegenseitig ermutigen. Und ich bin mir ganz sicher, dass sich Dein traum in der einen oder anderen Weise erfüllen wird.
      Herzensgrüße,
      Sabine

  4. Liebe Sabine, danke für den wundervollen Text und deine Inspiration.
    Für manche ist es nicht so leicht, das Licht hinter dem Schatten zu sehen und für Alles dankbar zu sein. Dankbarkeit verändert alles. Ich muss nicht immer alles verstehen. Mir reicht der Gedanke, dass alles für etwas gut ist. Auch, wenn ich es im Moment nicht begreife.
    Ich liebe die Kurzgeschichte von Neale Donald Walsh „Ich bin das Licht – Eine kleine Seele spricht mit Gott“. Denke stets daran, ich habe dir immer nur Engel geschickt.
    Das ist das, was ich lebe. Es bringt mir auch in herausfordernden Momenten und Situationen Leichtigkeit. Ich kann mich rausziehen und die Dinge auch aus einer anderen Sichtweise betrachten.
    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag.
    Liebe Grüße
    Heike

    • Liebe Heike,
      Danke für Dein Teilen und die wunderbaren Impulse.
      Ja, Dankbarkeit verändert alles und es gibt so viel, wofür ich dankbar sein kann.
      Dankbarkeit verbindet mich mit der Fülle in meinem Leben.
      Die Kurzgeschichte von Neale Donald Walsh „Ich bin das Licht – Eine kleine Seele spricht mit Gott“ liebe ich auch sehr – Danke fürs Erinnern.
      Ich habe immer die Möglichkeit, einen Schritt beseite zu gehen und alles aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
      Herzliche Grüße zu Dir,
      Sabine

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